Schicken Sie uns Ihre Anfrage Jetzt anfragen!

FAQ's

Häufige Fragen

Eine Wohnungsgenossenschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Mitgliedern mit dem Ziel, die Förderung der gemeinsamen Interessen und des (in der Regel wirtschaftlichen) Nutzens der Mitglieder in einer demokratischen Unternehmensform (je Mitglied eine Stimme). Sie besteht aus folgenden Organen:

  • Mitglieder

  • Aufsichtsrat

  • Vorstand

Jede Wohnungsgenossenschaft unterliegt strengen, staatlich vorgeschriebenen Prüfungen. Gemäß § §53 Genossenschaftsgesetz sind für die Feststellung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung die Einrichtungen, die Vermögenslage sowie die Geschäftsführung der Genossenschaft einschließlich der Führung der Mitgliederliste mindestens in jedem zweiten Geschäftsjahr zu prüfen. Bei Genossenschaften, deren Bilanzsumme 2 Millionen Euro übersteigt, muss die Prüfung in jedem Geschäftsjahr stattfinden.

Gegenüber anderen mitbestimmenden Gesellschaftsformen, wird in der Generalversammlung pro Kopf abgestimmt. Das bedeutet, dass nicht derjenige, der die größte Summe investiert hat, am meisten bestimmt, sondern jeder, unabhängig seiner Investitionssumme EINE STIMME hat. Diese demokratische Form trägt im Wesentlichen dazu bei, dass Spekulanten genossenschaftliche Engagements meiden. Hiervon profitiert das einzelne Mitglied.

Die Mitglieder haben einen Rückzahlungsanspruch auf ihr Geschäftsguthaben. Des Weiteren sind die Mitglieder in Form von jährlichen Dividenden an den Überschüssen einer Genossenschaft beteiligt. Darüber hinaus entscheidet die Generalversammlung, also die Mitglieder, per Beschluss über die Verwendung von Überschüssen.

Die von den Mitgliedern zur Verfügung gestellten Mittel werden für deren Erwerb der Genossenschaftsanteile (das sogenannte Geschäftsguthaben) verwendet. Die Genossenschaft verwendet diese Mittel für die Realisierung ihres jeweiligen Geschäftszweckes und zur Förderung ihrer Mitglieder. Werden durch die Tätigkeiten im Rahmen der Erfüllung des Geschäftszweckes Erträge erwirtschaftet, kann die jährlich stattfindende Generalversammlung beschließen, dass die Mitglieder in Form einer Dividende an diese Erträge partizipieren. 

Um Mitglied zu werden, muss man seinen Beitritt erklären (Beitrittserklärung) und mindestens die in der Satzung festgelegten Genossenschaftsanteil (Geschäftsanteil) erwerben. 

Sofern man weitere Geschäftsanteile erwerben möchte, können diese durch eine Nachzeichnung erworben werden. Voraussetzung für eine Nachzeichnung ist, dass gemäß § 15 Genossenschaftsgesetz die Beteiligung mit weiteren Geschäftsanteilen, außer bei einer Pflichtbeteiligung, nicht zugelassen werden darf, bevor alle vorher gezeichneten Geschäftsanteile des Mitglieds, bis auf den/die zuletzt neu übernommenen, voll eingezahlt sind.

Nachdem auf der jährlichen Generalversammlung/Vertreterversammlung der Jahresabschluss festgestellt wurde, kann im Rahmen der Gewinnverwendung ein Beschluss zur Dividendenzahlung gefasst sein. Die darin beschlossene Dividende gelangt dann zur Auszahlung. Die rechnerische Bezugsgröße ist in der Regel das jeweilige Geschäftsguthaben per 31.12. des Vorjahres.

Sofern ein Mitglied seine gezeichneten Genossenschaftsanteile ratierlich erwirbt und diese noch nicht voll eingezahlt sind, wird die auf diese Anteile anfallende Dividende auf den Erwerb seiner weiteren Genossenschaftsanteile angerechnet. 

Grundsätzlich gilt, wie bei jeder unternehmerischen Beteiligung, dass die Möglichkeit des Totalverlustes seiner erworbenen Geschäftsanteile besteht. Aber kaum eine andere Unternehmensform in Deutschland wird so stark kontrolliert wie die der Genossenschaften. Das Genossenschaftsgesetz definiert die wichtigsten Aufgaben und Pflichten der Genossenschaften. Bei den Wohnungsgenossenschaften ist in der Satzung zum Teil ganz klar verankert, in welche Projekte die Finanzmittel der Mitglieder investiert werden darf und wo nicht. So werden hier größtenteils die Gelder in Wohnimmobilien investiert, um sie anschließend an die Mitglieder zu vermieten oder zum Erwerb anzubieten.

 

Zudem unterliegt die Genossenschaft einer strengen Kontrolle. Alle Genossenschaften gehören einem gesetzlichen Prüfungsverband an. Dieser prüft einmal jährlich (Genossenschaften unter 2 Mio. Euro Bilanzsumme alle 2 Jahre) die Genossenschaften auf Herz und Nieren und erstellt einen vielseitigen Prüfbericht. Bestandteil dieser Prüfung sind unter anderem Themen, wie die Förderung und Betreuung der Mitglieder, die Mitgliederwerbung und die Gesamtaussage des Jahresabschlusses. Das Ergebnis der Prüfung wird in einem mehrseitigen, ausführlichen Prüfbericht zusammengefasst und in der jährlich stattfindenden Generalversammlung den Mitgliedern mitgeteilt und zur Einsicht vorgelegt.

 

Der General- bzw. Vertreterversammlung gehören alle Mitglieder der Genossenschaft oder deren gewählte Vertreter an. Eine Vertreterversammlung kann bei mehr als 1.500 Mitgliedern der Genossenschaft durch Bestimmung in der Satzung eingeführt werden. Die Versammlung wählt aus der Mitte der Mitglieder den Aufsichtsrat (mindestens drei natürliche Personen), wenn dieser aufgrund der Größe der Genossenschaft gebildet werden muss. Sofern die Satzung nichts anderes bestimmt, wählt die Versammlung auch den Vorstand (mindestens zwei natürliche Personen). Darüber hinaus entscheidet sie unter anderem über die Verwendung des Jahresergebnisses sowie über die Satzung und Satzungsänderungen.

 

Der Aufsichtsrat wiederum überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Als Kontrollorgan der Genossenschaft besteht er in der Regel aus mindestens drei Mitgliedern. Hat eine Genossenschaft insgesamt nicht mehr als 20 Mitglieder, kann sie auf den Aufsichtsrat verzichten.

 

Jede Genossenschaft muss darüber hinaus per Gesetz Mitglied in einem Prüfungsverband sein. Dieser erstellt bei der Gründungsprüfung ein Gutachten, indem die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie Aussichten und Risiken der Genossenschaft beurteilt werden. Gleichzeitig ist es Grundlage für die Eintragung in das Genossenschaftsregister. 

Ziele der Gründungsprüfung sind die Feststellungen, dass

• die eingereichte Konzeption und der Geschäftsplan nachhaltig sind,

• die Satzung dem Genossenschaftsgesetz entspricht,

• die Genossenschaft mit dem erforderlichen Eigenkapital ausgestattet ist,

• die für die Leitung der Genossenschaft vorgesehenen Personen die entsprechenden fachlichen

   und charakterlichen Qualitäten besitzen und

• der vorgesehene Unternehmenszweck mit dem Genossenschaftsgesetz vereinbar ist und  

   erforderliche Genehmigungen vorliegen.

 

Die Genossenschaft hat als einzige Rechtsform die gesetzliche Aufgabe, ihre Mitglieder zu fördern und genießt daher einen besonderen Schutz, der bereits in der Gründungsphase beginnt. Die Gründungsprüfung durch externe Sachverständige des Prüfungsverbandes dient dem Schutz der Mitglieder vor Verlust der Geschäftsguthaben, dem Schutz der Gläubiger vor Forderungsausfall und dem Schutz der Gremien vor möglichen Haftungstatbeständen, gerade bei der Errichtung der Genossenschaft. Sie ist damit ein präventives Sicherungsinstrument für alle Beteiligten.

© genovesting 2021